Obstgarten im Februar

Bodenprobe

Vielfach hört man die Frage: „Wieso ist eine Bodenuntersuchung überhaupt notwendig?“ Diese Frage lässt sich heute ganz einfach beantworten:
Bei der Bodenuntersuchung werden pflanzenverfügbare Nährstoffe, die Bodenreaktion (pH-Wert) und eventuell noch der Humusgehalt analytisch bestimmt, um daraus den Bedarf an Nährstoffen bzw. Dünger ableiten zu können. Dies ist besonders wichtig bei neu angelegten Gärten oder aufgeschütteten Böden, denn hier können durchaus Nährstoffmangelsituationen oder ein Humusdefizit vorliegen. Gärten, die schon sehr lange als solche bewirtschaftet werden, weisen dagegen nicht selten sehr hohe Nährstoffgehalte auf, so dass die Düngung oft deutlich reduziert werden kann. Alle 5 - 8 Jahre sollte eine Bodenuntersuchung im Garten durchgeführt werden, um zu sehen, wie sich die Nährstoffgehalte im Boden entwickeln. Bei Obstgehölzen ist sie besonders wichtig, denn nichts ist lästiger als ein zu starker Wuchs, verursacht durch eine zu üppige Düngung! Die Kosten sind überschaubar (ca. 25 €), es ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, und spart oft Arbeit, Zeit und Geld für unnötige Düngemaßnahmen. Also, die regelmäßige Bodenuntersuchung ist heutzutage ein echtes „Muss“!

Erfasst werden die Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium, der pH-Wert und in der Regel auch der Humusgehalt. Das Untersuchungsergebnis ist bei den Bodenlabors kombiniert mit einer genauen Düngungsempfehlung unter Angabe der Aufwandmengen sowie geeigneter Dünger. Meist werden mineralische Dünger empfohlen, weil die genauer dosiert werden können. Das ganze funktioniert natürlich auch mit organischen Düngern wie z. B. Kompost: so reicht auf durchschnittlich gut versorgten Böden (Stufe C) eine jährliche Gabe von 3 l/qm in der Regel völlig aus.
Die Probenahme erfolgt mit dem Spaten im Bereich der Baumscheibe. Für eine aussagefähiges Ergebnis sollte man mehrere Einstiche machen (10 -15 Einstiche). Dazu sticht man mit dem Spaten 30 cm tief in den Boden und füllt die Erde in einen Eimer. Nach dem vermischen füllt man davon 500 g in einen Folienbeutel, der dann zur Untersuchung an ein Labor geschickt werden kann. Die Folienbeutel sollten mit einem wasserfesten Stift beschriftet werden. Zum Teil bieten die Untersuchungslabors auch detaillierte Anleitungen zur Probenahmen.

Schnitt Feigen

Mit dem Schnitt soll ein tragfähiges, lockeres Gerüst aufgebaut werden, um wegen der großen Blätter einer zu starken Beschattung der Kronen vorzubeugen. Grundsätzlich werden Feigen nur mäßig geschnitten, damit das Triebwachstum nicht zu sehr angeregt wird. Denn ein zu starkes Wachstum hemmt die Fruchtbarkeit. Beim Schnitt sollte man sich bewusst machen, an welchen Orten die Früchte hängen:
Die Sommerfrüchte wachsen am vorjährigen (einjährigen) Holz Mitte Juli, die Herbstfrüchte an diesjährigen Trieben Mitte September. Dabei sitzen die Früchte meist am mittleren Teil des Triebes.

Beim Schnitt von Feigenbüschen im Freiland werden im Frühjahr alle dichten, sich überkreuzenden oder von Frost geschädigte Äste entfernt. Beim Rückschnitt geht man auf eine Knospe oder eine Verzweigung zurück. Ältere Büsche, die im Inneren verkahlt sind, vertragen auch einen kräftigen Rückschnitt. Hierbei kann man zur Verjüngung alte, abgetragene Triebe direkt über dem Boden abschneiden. Auch Kübelpflanzen können so behandelt werden


Arbeiten im Februar

  • Abdecken Erdbeeeren mit Vlies zur Verfrühung. Wichtig ist, dass die Bedeckung bei warmer Witterung, spätestens aber bei Erscheinen der ersten Blüten wieder abgenommen werden muss. Sollte es dann aber noch einmal richtig kalt werden, muss natürlich sofort wieder abgedeckt werden, da die Pflanzen durch den Entwicklungsvorsprung kälteempfindlicher sind.
  • Bei frostfreiem Wetter sind alle Schnitt- und Pflanzmaßnahmen möglich.
  • In warmen Phasen über 10°C Spritzungen gegen Kräuselkrankheit durchführen.
  • Auf Wildverbiß besonders an jungen Bäumen achten.





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