Glasigkeit, Fleischbräune und Stippigkeit bei Äpfeln und Quitten

Sobald die ersten Äpfel in den Gärten geerntet sind, erreichen uns nun die regelmäßig Anfragen, weil die Äpfel nicht die übliche Qualität haben und Lagerschäden auftreten: Das Fruchtfleisch ist an manchen Stellen durchscheinend (=Glasigkeit, führt später oft zur Fleischbräune) oder es zeigen sich braune Schlieren in der Frucht (= Fleischbräune) bzw. es sind anfänglich stecknadelkopfgroße Verbräunungen unter der Schale (=Stippe), die während der Lagerung derart zunehmen können, dass die Frucht unbrauchbar wird.
Alle drei Erscheinungen sind Symptome von Stoffwechselstörungen und haben ihren Ursprung in ungünstigen Wachstumsbedingungen. Dabei tritt Stippe häufig als Folge von Trockenheit auf, wodurch die Kalziumaufnahme behindert wird. Fleischbräune ist hingegen in feuchten Jahren häufiger anzutreffen als in Trockenjahren. Kohlehydrate und Apfelsäure werden verstärkt abgebaut, wodurch Acetaldehyd entsteht, das die Zellstrukturen zerstört. Glasigkeit tritt verstärkt auf nach einem warmen, sonnigen Herbst. Der Stärkeumbau beschleunigt sich, wobei verstärkt wasseranziehende Zuckerverbindungen entstehen, was schließlich zu Wassereinlagerung in den Zellzwischenräumen führt.
Bei sehr wechselhaften Wetter können somit alle drei Schadbilder auftreten.
Äpfel, aber auch Quitten mit den beschriebenen Schadbildern sind nicht lange lagerfähig und sollten schnell verwertet ( z.B. Apfelgelee, Apfelbrei usw.) werden.



Einige Apfelsorten neigen verstärkt zur Glasigkeit


Fleischbräune wie hier an Quitte kann auch
beim Apfel auftreten



Schalenbräune an Äpfeln hat ähnliche Ursachen
wie die Fleischbräune


Stippe vermindert die Lagerfähigkeit



Verschmutzungen durch Honigtau und darauf
siedelnde Rußtaupilze: das läßt sich abwaschen!
Fotos: © DLR


Schorf: keine Mangelerscheinung sondern eine Pilzkrankheit!





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