Kalziumbehandlungen gegen Stippe

Äpfel haben von Natur aus sehr niedrige Kalziumgehalte (ca. 40 mg/ kg). Diese schlechte Versorgung der Früchte mit Kalzium ist eine der Ursachen für physiologische Erkrankungen, z. B. die Stippigkeit. Die niedrigen Kalziumgehalte der Früchte sind eine natürliche Folge der Ernährung der Früchte über die Siebröhren. Der Siebröhrensaft kommt aus den fruchtnahen Blättern. Er enthält zwar Wasser, Nährsalze und Zucker, aber so gut wie kein Kalzium. Eine Verbesserung der Kalziumverfügbarkeit im Boden hat kaum einen Einfluss auf die Kalziumkonzentration des Siebröhrensaftes, und deshalb kann durch Düngen des Bodens der Kalziumgehalt der Früchte praktisch nicht erhöht werden. Als einzige Alternative bleibt die Blattdüngung, dabei müssen die Früchte mit der Spritzbrühe richtig benetzt werden. Stippeanfällige Apfelsorten wie Jonagold, Braeburn, Cox Orange, Boskoop etc. sollten zur Verbesserung der Haltbarkeit ab jetzt 4-6 x mit Calciumpräparaten behandelt werden. Calcium ist wichtig für die Stabilität der Schale und des Fruchtfleisches und verhindert die typischen Stippeflecken(braun eingesunkene Stellen unterhalb der Schale). Meist werden zur Fruchtdüngung Kalziumnitrathaltige Blattdünger (z. B. Kalksalpeter spritzfähig, Wuxal Calcium, Basfoliar Combi Stipp etc.) oder Kalziumchloridhaltige Blattdünger (Calciumchlorid 80%, GABI Obstbaumdünger - flüssig etc.) verwendet. Beginnen sollte man mit der Stippebehandlung Anfang Juni.

Für den Garten eignen sich fertig formulierte Kalzium-Präparate in entsprechenden Kleinpackungen (z. B. Düngal in der 500 g Packung mit Dosierlöffel). Sie enthalten meist auch noch Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Spurenelemente. Die Aufwandmenge liegt je nach Hersteller und Präparat zwischen 10 – 20 g/5l Wasser bei den formulierten Präparaten sowie 20-30 g/5l Wasser bei den Salzen wie Kalksalpeter oder Kalziumchlorid. Die reinen Salze können Spritzflecken verursachen (Kalksalpeter) und bei höheren Temperaturen zu Blattschäden führen (Kalksalpeter, Kalziumchlorid). Deshalb keine Kalksalpeterbehandlungen bei Sonnenschein und Temperaturen über 20°C! Blattbehandlungen grundsätzlich nur bei bedecktem Himmel oder Abends ausbringen!

Auswirkungen regelmäßiger Kalziumspritzungen auf den Fruchtkalziumgehalt und die Ausprägung der Stippe bei der Sorte Braeburn ( Versuch am DLR Neustadt, 1997)

Gesunde Früchte ohne Stippesymptome in %
mg Calcium/
100g Fruchtfleisch
14.01.1997
15.03.1997
    10 Spritzungen mit Calcium- düngern
5,3
93
86
    Ohne Calcium- Spritzung
3,1
60
47

Beachten Sie: Kalziumpräparate können auch gegen die Blütenendfäule an Tomaten und gegen Innenbrand beim Salat eingesetzt werden!


Stippeflecken direkt unter der SchaleFrüchte mit sehr starkem Befall
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