Frühbeete – vielfältig nutzbar

 In manchen alten Gärten findet man manchmal noch ein fest ummauertes oder mit einem Betonrand umgebenes Beet und in der Ecke einige alte Fenster: die Reste eines Frühbeetes.

Heute bevorzugt man meist leichte Konstruktionen, die nach Bedarf auf- und abgebaut werden. Als „Wanderfrühbeetkasten“ kann er das ganze Jahr dort eingesetzt werden, wo er gebraucht wird: z.B. zur Anzucht der Jungpflanzen, zur Ernteverfrühung von Erdbeeren, zur Ernteverlängerung für die Wintersalate. Die leichteste Form ist der Folientunnel. Dabei wird über Metallbügeln eine Folie gespannt. Später können diese Bügel dann mit einem Gemüsenetz bespannt werden und so Schutz vor Gemüsefliegen bieten. Recht einfach auf- und abzubauen sind Frühbeetkästen aus Kunststoffplatten, wie sie der Fachhandel aber auch Discounter anbieten. Auch Eigenkonstruktionen aus Holzrahmen mit Folienbespannungen, Stegdoppelplatten, Kunststoffplatten evtl. zusammen mit Luftpolsterfolie werden eingesetzt. Hierzu findet man zahlreiche Bauanleitungen im Internet. Auch „fest gemauerte“ Beete haben ihre Vorteile: Im Frühjahr sind sie Frühbeet, danach werden die Fenster abgenommen und als Freilandbeet genutzt, im Herbst verwandeln sie sich mit ein wenig zusätzlicher Isolierung zum Lager für Obst oder Gemüse.

Wie funktioniert ein Frühbeet?

Ein Frühbeet ist ein kleines Treibhaus. Die Sonnenstrahlen gelangt durch die Folie oder das Glas ins Innere und heizen es auf, gleichzeitig sind die Pflanzen vor den kalten Winden geschützt. Genau wie ein großes Treibhaus muss es gelüftet und ggf. durch eine Schattierung gegen zuviel Sonne geschützt werden. Die Temperatur im Inneren sollte maximal 22 - 25° erreichen. Eine Überhitzung tritt auf Grund des geringen Volumens relativ schnell auf. Ein automatischer Fensterheber erleichtert hier die Arbeit. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen, denn das Frühbeet hat „Regenschutz“!

Kalt- oder Warmbeet?

Bereits mit einem Kaltbeet, d.h. einem Folientunnel oder einem Frühbeet, das nur durch die Sonne erwärmt wird, hat man einen deutlichen Verfühungseffekt. Will man bereits im Februar aussäen, braucht man eine wärmere Variante: Das Warm- oder Mistbeet. Hier wird die beim Verrottungsprozess entstehende Wärme genutzt. Dazu muss das Beet ca. 80 cm tief ausgehoben werden. Der Boden der Grube wird mit einer 5 cm dicken Laubschicht bedeckt, darauf kommt 50 cm Pferdemist (Achtung: nur Mist von Pferden, deren Heu/Gras nicht von Wiese stammt, die mit Herbiziden gegen Greiskraut behandelt wurden!) und eine erneute Laubabdeckung. Den Abschluss bildet eine ca. 20 cm dicke Erdschicht. Diese „Bodenheizung“ liefert ca. 6 – 8 Wochen Wärme. Da es sehr früh und bei teils recht kühlen Außentemperaturen genutzt wird, erfolgt eine zusätzliche Dämmung der Außenseiten und über Nacht auch der Fenster.

Was ist zu beachten?

Das Frühbeet muss so hoch sein, dass die Pflanzen darunter Platz haben. Überlegen Sie daher beim Kauf bzw. Bau, was Sie im Laufe des Jahres alles im Frühbeet unterbringen wollen. In Töpfen vorgezogene Tomaten, die im Frühbeet abgehärtet werden, brauchen mehr Höhe als Feldsalat!

Das Frühbeet muss an einer sonnigen, geschützten Stelle aufgestellt werden. Es wird in Ost-West-Richtung platziert, so dass die Sonne auf den schräg stehenden Deckel des Frühbeetes trifft. Das Lüften sollte nicht nach der Hauptwindrichtung (zu kalt!) erfolgen.

Je kleiner das Frühbeet, desto stärker sind die Temperaturschwankungen. Durch rechtzeitiges Lüften und Schattieren an sonnigen Tagen sowie Abdecken mit isolierenden Materialien (z. B. Noppenfolie) in der Nacht und an kalten Tagen muss dies ausgeglichen werden.

Wie und was wird ausgesät?

Die Aussaat kann direkt in die Erde erfolgen. Zu den ersten Saaten (ab Februar) zählen: Gartenkresse, Radieschen, Rettich, Frühsalat. Es folgt ab Mitte März Frühgemüse und die Anzucht von Jungpflanzen. Letztere können auch in Saatschalen gesät und im Haus bei höheren Temperaturen zum Keimen gebracht werden. Anschließend werden die pikierten Pflänzchen im Frühbeet bei besseren Lichtverhältnissen und niedrigeren Temperaturen weiter kultiviert. Dies bietet sich besonders bei wärmeliebenden Pflanzen an, wie z.B. Tomaten, Paprikaarten, Gurken, Melonen, Zucchini. Sie können ab Mitte April ins Frühbeet und dort bis nach den Eisheiligen bleiben. Falls das Frühbeet über Sommer nicht gebraucht wird, pflanzt man den Paprika gleich ein. Insbesondere in kühlen, verregneten Sommern ist dies von Vorteil, da es an diesem geschützten Standort warm und trocken ist. Im Herbst werden z.B. Radieschen, Feldsalat und Endivien vor den ersten kalten Nächten durch Folientunnel oder Frühbeetkasten geschützt. So kann die Vegetationszeit verlängert und auch bei leichten Frösten noch geerntet werden.
Im Sommer wachsen wärmeliebende Kulturen wie Paprika im Frühbeet gut. Lüften nicht vergessen!
Unter Lochfolie ist es nicht so warm, dafür braucht seltener gelüftet und gegossen zu werden!






eva.morgenstern@dlr.rlp.de     www.Gartenakademie.rlp.deDrucken nach oben