Andenbeere (Physalis peruviana)

In den letzten Jahren ist die Andenbeere (Physalis peruviana) in Mode gekommen. In jedem guten Lebensmittelgeschäft kann man inzwischen diese in pergamentfarbenen Lampionhüllen steckenden orangegelben Früchte kaufen. Das angenehm säuerliche Aroma erinnert an Stachelbeeren, deshalb und wegen des Anbaus in Südafrika werden sie auch “Kapstachelbeeren” genannt. Da es sich um eine mit der Tomate verwandte Pflanze (Nachtschattengewächs) handelt, die sich genau so leicht kultivieren lässt, probieren immer mehr Hobbygärtner den Anbau dieser nicht ganz preiswerten Früchte.

Anzucht:
  • Andenbeeren können wie Tomaten ab Mitte März aus Samen am Fensterbrett gezogen werden. Dabei muss man allerdings meist feststellen, dass die Pflanze erst im September Früchte ansetzt, so dass
    die Erntezeit recht kurz ist.
  • Stecklingsvermehrung ist ebenfalls möglich, sofern man Altpflanzen hat. Dazu schneidet man im Herbst Stecklinge und topft diese ein. Sollten sie auf Grund eines evtl. ungünstigen Winterquartiers (Lichtmangel bei zu hoher Temperatur!) vergeilen, werden im Februar von den neugebildeten Seitentrieben wiederum Ableger gewonnen. Dazu eignet sich ein ca. 10 cm langer Seitentrieb, der aus einer Blattachsel kommt. Er wird zu etwa 1/3 in Pflanzerde gesteckt und mäßig gegossen. Diese Methode ist eine Alternative zur frühen Aussaat auf dem Fensterbrett, die kräftigen Pflanzen können nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt werden.

Kultur:
Andenbeeren benötigen einen sonnigen, warmen und geschützten Platz, der Anbau ist vergleichbar mit dem von Tomaten. Jungpflanzen werden durch Aussaat herangezogen und nach den Eisheiligen in den Garten gepflanzt. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von 1 m und benötigen eine Unterstützung (vgl. Tomaten). Geerntet wird im September, wenn sich die Früchte gelb-orange färben. Nach der Ernte kann man die Pflanzen kräftig zurückschneiden und im Dunkeln überwintern.

Überwinterung:
Die Pflanze ist zwar mehrjährig, aber nicht winterhart. Will man im nächsten Jahr nicht wieder neue Pflanzen anziehen, die ebenfalls spät in den Ertrag kommen, muss man die Pflanzen ins Winterquartier holen. Wurden die Andenbeeren in Kübeln gezogen, kann man sie vor dem ersten Frost in ein Gewächshaus oder den Wintergarten (kühl!) stellen. Die bisher noch nicht reifen Früchte entwickeln sich hier weiter und man kann sie im Winter ernten. Standen die Pflanzen auf dem Beet, schneidet man sie kräftig zurück (die Fruchtansätze kann man an den abgeschnittenen Stängeln nachreifen lassen) und topft sie in große Kübel ein. Dann überwintert man sie wie Fuchsien oder Engelstrompeten (5-10°C). Im nächsten Jahr können sie wieder in den Garten gestellt oder gepflanzt werden und tragen schon ab Juli.

Falls die Überwinterung in Kübeln aus Platzgründen scheitert, kann man im Herbst vor den ersten Frösten noch problemlos Stecklinge machen (s.o.) und diese überwintern.

Andenbeere (Physalis peruviana) oder “Kapstachelbeeren” :
Unreif: Lampionhüllen und
Früchte sind grün
Reif: pergamentartig Hüllen ,
orangegelbe Früchte
Fotos: Josef Schlaghecken





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