Melde- & Aufzeichnungspflichten nach Düngerecht RLP online

Landes-Düngeverordnung vom 10 Dezember 2020
Bodenuntersuchungen auf Stickstoff

Betriebe, die in mit Nitrat belasteten Gebieten auf mehr als 50 ha Ackerfläche mehr als jeweils 50 kg N/ha und Jahr aufbringen, müssen mindestens 2 Bodenproben und pro angefangene weitere 100 ha mindestens eine weitere Bodenprobe auf Stickstoff veranlassen. Dies gilt für Kulturen des Ackerbaues mit einem N-Bedarfswert, der den im Boden verfügbaren Stickstoff einschließt. Grünland sowie Flächen mit Feldgras oder mehrschnittigem Feldfutter, Reben oder Obstgehölze zählen nicht dazu.
In der Regel ist die Nmin-Methode anzuwenden, aber auch die EUF-Methode ist zulässig. Betriebe mit mind. 25 ha Raps können eine Bodenprobe durch die Biomasse- oder Aufwuchsmethode ersetzen (mit Fotonachweis und Berücksichtigung in der N-Düngebedarfsermittlung).
Für Flächen mit Gemüsekulturen oder Erdbeeren besteht zu jeder Kultur eine bewirtschaftungs-einheiten- oder schlagspezifische N-Bodenuntersuchungspflicht.
Weitere Informationen zur Durchführung der Nmin-Probenahme sowie zur Beauftragung eines Labors finden Sie im Merkblatt „Nmin-LDüVO RP“ und zur Meldung der Ergebnisse im Merkblatt „Meldepflichten LDüVO RP“ auf
www.düngeverordnung.rlp.de > Ackerbau und Grünland.
Betriebe, deren N-Saldo der Stoffstrombilanz im Durchschnitt der letzten drei Jahre 35 kg N/ha und Jahr + 35 kg N/GV * ha nicht überschreitet (gegebenenfalls die Stoffstrombilanz rückwirkend erstellen), sind von der N-Bodenuntersuchungspflicht ausgenommen.

Wirtschaftsdünger-Untersuchungen
Betriebe mit Tierhaltung oder Biogasanlagen, die Flächen in mit Nitrat belasteten Gebieten oder in mit Phosphat eutrophierten Oberflächenwasserkörpern bewirtschaften, müssen diejenigen Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft oder Gärreste, mit denen Gesamt-N-Mengen von mehr als 750 kg/Jahr ausgebracht werden, einmal in drei Jahren und bei mehr als 2.500 kg/Jahr einmal pro Jahr auf die Gehalte an Gesamt-N, Ammonium-N bzw. pflanzenverfügbarer N und Gesamt-Phosphat untersuchen lassen. Spätestens zu dem Zeitpunkt, bis zu dem höchstens ein Viertel der jährlich anfallenden Menge ausgebracht ist, muss die erste Beprobung und Beauftragung eines Labors mit der Analyse erfolgt sein. Analysenergebnisse aus den Vorjahren behalten dabei vorerst ihre Gültigkeit.

Die Ergebnisse der N-Bodenuntersuchungen sowie der Wirtschaftsdüngeranalyse sind innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt in das Meldeportal einzutragen.
Wir weisen darauf hin, dass eine unverzügliche Eingabe der N-Bodenuntersuchungsergebnisse notwendig ist, um das Nmin-Portal mit aktuellen Daten zu füllen, damit alle Landwirte in Rheinland-Pfalz diese Ergebnisse nach Mittelwertbildung im GeoBox-Viewer Pflanzenbau zur N-Düngebedarfsermittlung nutzen können.


Meldepflicht
Über das digitale Agrarportal sind die Analysenergebnisse und die zur N-Düngebedarfsermittlung notwendigen Bewirtschaftungsdaten (entsprechend dem
Nmin-Probenbegleitblatt) der für den Vollzug des Düngerechts zuständigen Stelle (ADD, Trier) zu übermitteln

Fachliche Fragen beantworten: Dr. Friedhelm Fritsch und Dr. Stefan Weimar



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