Heimisches Holz im Garten

Holz wird in vielfältiger Form im Garten eingesetzt. Als Baum- oder Zaunpfahl, Terrassenbelag, fürs Garten- oder Gerätehaus, Möbel oder Pergola. Als Baustoff bringt Holz ein natürliches Flair in den Garten. Erfreulich ist, dass Holz zu den nachwachsenden Rohstoffen gehört, und bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung immer zur Verfügung steht. Wussten Sie, dass allein in Deutschland jährlich 100 Mio Festmeter nachwachsen, eine gewaltige Leistung der Natur.

Holz ist Natur pur

Dazu kommt die enorme Fähigkeit als Kohlendioxidspeicher durch den jährlichen Zuwachs. Bei nachhaltiger und zertifizierter Waldwirschaft wird Kohlendioxid aus der Luft in Form von Kohlenstoff im Holz gespeichert, und zwar während der gesamten Nutzungsdauer als Baustoff. Und nach der ursprünglichen Anwendung lassen sich viele Holzprodukte noch weiter verwenden, bevor der gespeicherte Kohlenstoff dann letztlich bei der Verbrennung wieder als Kohlendioxid (OO2) an die Atmosphäre abgegeben wird.
Somit schliesst sich der natürliche Kreislauf wieder, und das freigewordene CO2 steht im Rahmen der Photosynthese wieder für neu heranwachsende Pflanzen zur Verfügung. Doch nahezu alle im Garten verbauten Hölzer sind imprägniert mit Bioziden, die eine schnelle Fäulnis und Schädlingsbefall verhindern sollen und dürfen deshalb nicht im eigenen Ofen (Kleinfeuerungsanlagen) verbrannt werden. Mit Holzschutzmitteln behandelte Hölzer sind lt. Altholz-Verordnung in die Kategorie IV eingestuft und dürfen nur in zugelassenen Großfeuerungsanlagen mit Elektrofiltration energetisch verwertet werden.

Warum ist Holz eigentlich grün?

Die heute übliche Methode, Holz vorbeugend vor pilzlichem Verderb und Schädlingen dauerhaft zu schützen ist die Kesseldruckimprägnierung. Hierbei werden biozide Stoffe (Holzschutzmittel) unter hohem Druck in das Holz gepresst. Holzschutzmittel sind Zubereitungen mit bioziden Wirkstoffen gegen holzzerstörende Pilze und Insekten sowie gegen holzverfärbende Organismen wie Bläuepilze (s. Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel). Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum solchermaßen behandeltes Holz grün schimmert? Die grüne Farbe beispielsweise entsteht durch die Beigabe von Chrom und Kupfer, beide Stoffe werden in der Literatur als giftig und erbgutschädigend (Chromverbindungen) bzw. giftig für Regenwürmer (Kupfer) beschrieben.Deshalb sind viele Verbraucher irritiert, wenn in den Medien von solchen und weiteren gesundheits- und/oder umweltgefährdeten Stoffe in Holzschutzmitteln die Rede ist.

Doch eigentlich müssen seit 2004 alle in Holzschutzmitteln enthaltenen bioziden Wirkstoffe auf dem Etikett ausgewiesen sein. Und alle geprüften Holzschutzmittel sind erkennbar am RAL-Gütezeichen „Holzschutzmittel“ gem. RAL-GZ 830. Die Überprüfung dieser Kennzeichnungspflicht ist für den Verbraucher jedoch nicht immer einfach.

Es geht auch anders!

Viele Gartenfreunde wünschen sich den Naturstoff Holz im Garten so, wie er gewachsen ist, nämlich ohne Biozide! Und das geht!

Bevor man Holz verbaut, sollte man sich Gedanken machen, an welcher Stelle die Probleme auftreten. Beim Baumpfahl ist die kritische Zone ca. 20 cm unter bzw. über der Erdoberfläche. Ursache ist hier eine wechselnde Feuchte, die dem Holz zusetzt. Je nach Verwendungszweck muss ein Baumpfahl nicht für die Ewigkeit halten (z. B. beim Obsthochstamm), so dass man auch auf unbehandelte Pfähle zurückgreifen kann.

Konstruktiver Holzschutz

Grundsätzlich unterscheidet man 4 Strategien, wie man Holz langfristig schützen kann:

  1. Einsatz von Kernholz natürlich dauerhafter Holzarten wie Robinie (Robinia pseudoacacia), Edelkastanie (Castanea sativa), Eiche (Quercus robur), Lärche (Larix….), verschiedene Tropenhölzer
  2. Konstruktive Maßnahmen gegen andauernde Befeuchtung (z. B. Metallschuhe, Dach auf Pfosten, abgeschrägte Pfähle, Erdkontakt vermeidenbei Pfählen etc.)
  3. Alternative Imprägnierungsverfahren wie Thermoholz- und Dauerholzverfahren
  4. Behandlung mit Holzschutzmittteln
(Quelle: Verbraucherleitfaden Holzschutzmitte, verändertl)


Umweltschonende Beispiele für den Naturgarten - Heimisch Baumarten

Wer im Naturgarten auf imprägnierte Hölzer oder Tropenholz verzichten will, wählt als Alternative gerbstoffhaltige, fäulnisresistente heimische Holzarten. Unter diesen gibt es Hölzer und Baumarten, die ohne jegliche Konservierungsmaßnahme (z.B. Kesseldruckimprägnierung) über viele Jahre ihren Gebrauchswert bei einer Verwendung im Freien beibehalten und eine beachtliche Haltbarkeit aufweisen. So findet man in der Gruppe der sehr dauerhaften Holzarten neben den bekannten tropischen Nutzhölzern wie Teak, Makore oder Bangkirai auch die in Europa seit langem beheimatete Robinie und Edel-Kastanie. Beide Hölzer besitzen unschlagbare technische Eigenschaften: Sie sind sehr hart, elastisch und mit wenig Schwund. Damit gehören sie zu den wertvollsten europäischen Nutzhölzern und sind ein gleichwertiger Tropenholzersatz. Nebenbei trägt die Verwendung dieser beiden Holzarten also auch zum Erhalt der tropischen Regenwälder bei.
Besonders geeignet dafür sind die gerbstoffhaltigen Hölzer der Edel- oder Esskastanie (Castanea sativa) sowie der Robinie (Robinia pseudoacacia). Beide sind auch wichtige Bienenweide- und Honigpflanzen. Viele nachhaltige Gründe sind ausschlaggebend für eine bevorzugte Verwendung dieser beiden Arten
im Naturgarten:
  • Das gerbstoffreiche Holz (8 – 15 %) ist fäulnisresistent und langlebig.
  • Beide Baumarten wachsen in Europa als landschaftsprägende Elemente, d.h. sie sind Bestandteil unserer Kulturlandschaft und über kurze Transportwege verfügbar.
  • Stockausschläge der Edelkastanie wachsen „kerzengerade“ und können nach fünf bis zehn Jahren leicht geschlagen werden, wenn die jeweilige Pfahlstärke erreicht ist.
  • Kastanien- und Robinienpfähle mit ihrer naturnahen Optik brauchen keine Imprägnierung mit schwermetallhaltigen, umweltproblematischen Salzen! Im Gegensatz zu imprägnierten Pfählen können sie unbedenklich als Brennholz weiterverwendet werden.

Durch wenige Modifikationen bei der Konstruktion lässt sich ein dauerhafter Schutz erzielen. So kann man Zaunpfähle oben anschrägen, damit Regenwasser schneller abläuft oder mit einem kleinen Holz-/Blechdach versehen. Um den Bodenkontakt zu vermeiden, können Pfähle in Metallschuhe eingepasst werden, so wird einziehende Feuchtigkeit vermieden. Stärkere Zaunpfähle oder Eckpfähle für Pergola/Gartenhaus kann man in Betonringe setzen, die dann mit grobem Splitt aufgefüllt werden. So entsteht eine stabile Verankerung, durch die Drainageschicht mit dem Splitt bleibt der Pfahl immer trocken und lange haltbar.



Umweltschonende, neue Imprägnierverfahren

Ein neues Verfahren zur Verbesserung der Haltbarkeit von Holz erobert derzeit den Markt. Beim „Thermoholz-Verfahren“ wird Holz durch eine Wärmebehandlung haltbar gemacht. Mit dieser Methode erhalten etwa heimische Esche oder Buche eine vergleichbare Haltbarkeit wie das tropische Bangkirai-Holz. Durch die hohen Temperaturen dunkelt das Holz nach und ähnelt auch in der Optik den Tropenhölzern.
Beim sogenannten Dauerholz-Verfahren erfolgt die Konservierung und Haltbarmachung durch eine vollständige Durchtränkung des Holzes mit Paraffinöl. Dieses Verfahren schützt das Holz vor Nässe, Fäulnisbildung, Insekten und Pilzen.

Fazit

Das Angebot an Holz für den Garten ist riesig und vielfältig, Hölzer aus aller Welt werden angeboten. Und für jeden ist etwas dabei:
Gartenfreunde, die mehr Natur im Garten möchten und auf imprägnierte Hölzer verzichten wollen, greifen gerne zu heimischen Laubhölzern aus zertifizierter, nachhaltiger europäischer Waldbewirtschaftung! Das gerbstoffhaltige Kernholz der Edelkastanie oder Robinie besitzt von Natur aus eine lange Haltbarkeit. Durch fachgerechte Konstruktionen und umweltschonende Veredlungsmethoden kommen viele Holzarten auch ohne Kesseldruckimprägnierung aus.
Wer sich für Tropenholz entscheidet, sollte beim Kauf auf das von allen Umweltverbänden anerkannte Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) achten. Es garantiert Holzprodukte aus ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft. Imprägnierte Hölzer mit geprüften Holzschutzmitteln erkennt man an dem Gütezeichen RAL.GZ 830.

Literatur:
Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

--W.Ollig
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