Richtig gießen- aber wie?

In den letzten Jahren ist durch die relativ geringen Niederschläge das Wässern immer wichtiger geworden. Viele der uns zugegangenen Proben hatten Schäden auf Grund von Wasserstress: zu geringe Wasserversorgung zeigt sich bei Gehölzen oft mit einigen Monaten Verspätung durch Nadel- oder Blattfall, fehlende Wüchsigkeit und Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. Umgekehrt erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Pilzerkrankungen, wenn die Blätter lange naß sind. Besonders bei Rasenproblemen mußte häufig der Rat gegeben werden: Seltener wässern! Hinzu kommt, dass Wasser teuer ist und nicht jedes Gartengrundstück über einen Wasseranschlußverfügt. Was also tun?

Wasserhaltevermögen der Böden verbessern:
  • Bei sandigen Böden kann durch die Erhöhung des Humusgehaltes durch organisches Material wie z.B. durch Kompost die Wasserspeicherhähigkeit deutlich erhöht werden. Auf schweren Böden lockert die gleiche Maßnahme auf, so dass das Gieß- und Regenwasser schneller einsickert.
Verdunstung verringern:
  • Bodenlockern: Besonders nach starkem Regen oder Gießen konserviert es das Wasser im Boden, in dem es verhindert , dass es durch den sogenannten "Kapillareffekt" wieder an die Bodenoberfläche gelangt und dort verdunstet. Alte Gärtnerregel:"Einmal hacken spart dreimal gießen"
  • Mulchen: Das Abdecken mit organischem Material wie Rasenschnitt aber auch Rindenmulch beschattet den Boden und verhindert das Austrocknen.
  • Besser mit einigen Tagen Abstand reichlich wässern, als täglich nur ein wenig naß machen: Dadurch dringt das Wasser tiefer ein und die Verdunstung ist geringer. Nach den Gießen sollte der Boden 15 bis 20 cm gut durchfeuchtet sein. (Probeweise nachgraben). Für Rasen gilt: Vor Welkebeginn sollte der Rasen im Abstand von 7 bis 14 Tagen am besten frühmorgens wurzeltief durchfeuchtet werden, d. h. das Wasser sollte 10 bis 15 cm in den Wurzelbereich eindringen. Daraus ergibt sich je nach Bodenart etc. eine Beregnungsmenge von 15 bis 25 l / m². Zu häufiges Beregnen mit geringen Wassergaben sollte ebenso vermieden werden wie Bewässern mit zu hohen Wassermengen, beides verursacht ein flaches Wurzelwachstum.
  • Wassersparende Bewässerungssysteme verwenden. ( einfache, preiswerte Systeme wie Zeituhr gesteuerter Perlschlauch oder aufwendigere Technik wie z. B. durch Feuchtigkeitssensoren gesteuerte Tröpfchenbewässerung.)
Blätter der Pflanzen trocken halten:
  • Nasse Blätter erhöhen die Gefahr der Pilzerkrankungen (z. B. Sternrußtau, Kraut- und Braunfäule) der Blätter.
  • Nie über die Blätter gießen: Mit dem Schlauch oder der Gießkanne nur den Boden wässern, Rasensprenger so einstellen, dass sie nicht die Hecke mit bestreichen.
  • Morgens gießen: schnelleres Abtrocknen verringert die Pilzgefahr.
Regenwasser benutzen:
Wo es möglich ist, sollte man Regenwasser zum Gießen verwenden. Es ist kalkfrei und zudem kostenlos!
Informieren Sie sich über die Niederschlagsmengen mit einem Regenmesser in Ihrem Garten und/oder durch eine der zahlreichen regionalen Wetterstationen!

© DLR
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So nicht! Pilzerkrankungen sind vorprogrammiert!
Wassersparend: Tröpfchenbewässerung bei der Neuanlage des Beetes installiert





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