Bei Kahlfrösten droht Frosttrocknis

Nachdem es im Dezember noch recht mild war, zeigt sich jetzt doch der Winter. Während es im Süden Deutschlands große Schneemassen gab, war in Rheinland-Pfalz Schnee eher selten. Doch auch das ist nicht unproblematisch: Gefriert der Boden ohne Schnee, spricht man von Kahlfrösten. Diese sind in Landwirtschaft und Gartenbau gefürchtet, denn ohne den isolierenden Schnee kann der Frost viel rascher und tiefer in den Boden eindringen. Das kann zu Schäden an Pflanzen bis hin zu deren absterben führen. Dabei liegt es meist nicht an fehlender Frosthärte, sondern die Mehrzahl der Pflanzen, die im Frühjahr braune Triebe zeigen oder absterben, ist im Winter nicht erfroren, sondern verdurstet. Denn die meisten Pflanzen produzieren ein „Frostschutzmittel“: Sie reduzieren den Wassergehalt des Zellsaftes auf etwa 40-50 %, wodurch sich der Anteil der gelösten Kohlehydrate im Zellsaft erhöht. Aber: Alle immergrünen Pflanzen (Nadel- und Laubgehölze) verdunsten auch im Winter regelmäßig Wasser. Wenn der Boden in tieferen Bodenschichten gefroren ist, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Die Blätter oder Nadeln geben jedoch weiterhin Wasser ab, so dass die Pflanzen regelrecht vertrocknen. Hinzu kommt noch, dass durch die Ausdehnung des Bodens durch den Frost (Bodenwasser gefriert) auch Feinwurzeln abreisen können. Dies kann auch laubabwerfende Pflanzen betreffen. Frisch gepflanzte Stauden werden nach oben gedrückt, so dass die Wurzelhälse freiliegen, wodurch sie vertrocknen können. Deshalb ist es wichtig, besonders wenn kein bzw. wenig Schnee gefallen ist, in Tauperioden wieder zu wässern. Das Staudenbeet ist dann auch zu kontrollieren und gehobene Pflanzen ggf. nochmal fest anzudrücken. Wärmeschutz-Vlies und/oder Reisigabdeckung schützen vor dem Austrocknen während des Frostes bzw. bei verminderter Wasseraufnahme nach Wurzelschädigungen.
Positiv an der Frostperiode: Das Kältebedürfnis aller Pflanzen wird befriedigt. Steigen die Temperaturen, erfolgt ein rascher Austrieb. Auch die Infektionszeit durch die Kräuselkrankheit verkürzt sich.War der Boden umgegraben, sorgte der Frost für eine gute Lockerung und er ist im Frühjahr feinkrümmelig (Frostgare). Dies reduziert auch erfahrungsgemäß das Auftreten von Schnecken, da der Frost die geschützt abgelegten Gelege erreicht. Um dies zu unterstützen sollte man, sobald man die Erde wieder bearbeiten kann, das Beet oberflächlich hacken. So werden die Schneckeneier teilweise nach oben befördert (Vogelfutter!), zum anderen dringen auch leichtere Nachtfröste noch relativ tief ein.






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