Mistelbefall - auch in Erwerbsobstanlagen möglich

Die Mistel, genauer die Laubholzmistel, ist in der Regel auf Laubholzbäumen, wie z.B. Pappel, zu finden. Daneben tritt sie regelmäßig und inzwischen stark verbreitet auch in vielen Streuobstbeständen auf. Die Mistel kann aber auch in Erwerbsanlagen auf Spindelbäumen auftreten. Im Bild sieht man eine bereits länger etablierte Mistel in einer Apfelanlage der Sorte "Golden Delicious" auf der Unterlage M9. In einer vom Boden aus beerntbaren und zu pflegenden Obstanlage kann der Mistelbefall relativ leicht durch Ausschneiden entfernt werden. Da die Mistel wieder nachwachsen kann, ist entsprechend auf Neubefall bzw. Wiederaustrieb zu kontrollieren und kann bei Bedarf spätestens im Zuge der anstehenden Schnittmaßnahmen entfernt werden.

Misteln können aber auch an anderen Obstarten auftreten. Hier kann man zum einen die Neubesiedelung durch eine Mistel an Aprikose sehen, im Bild ist die Sorte "Bergeron" auf der Unterlage "Wavit". Zum anderen ist zu erkennen, dass die Mistel schnell wächst und an Umfang zunimmt und sich in kürzester Zeit deutlich etabliert, hier an einem 9-jährigen Aprikosenbaum.


Während die Mistel in Erwerbsanlagen leicht zu entfernen ist, bereitet dies in Streuobstbeständen, vor allem in Altbeständen, erheblich größere Probleme. Von solchen Altbeständen bzw. stark befallenen Bäumen erfolgt die Verbreitung. Zum einen können das ungepflegte Streuobstbestände sein, wie z.B. ein Apfelbaum, zum anderen können das auch Laubholzbestände wie z.B. die Pappeln in den Rheinauen sein.


Um der Ausbreitung auf befallsfreie Bäume oder in bisher befallsfreie Anlagen entgegenzuwirken, sollten befallene Bäume in der Nachbarschaft durch gezielte Schnittmaßnahmen von den Misteln befreit werden.
Günter Hensel, DLR Rheinpfalz, Oppenheim





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