Tipula-Schnake


Wissenschaftl. Bezeichnung:
Tipula paludosa (Wiesen- bzw. Sumpfschnake), Tipula oleracea (Kohlschnake)
© DLR

Art:
Schädlinge

Allgemeine Bedeutung:

Schadbild:
Die Wiesen- bzw. Sumpfschnake und die Kohlschnake verursachen bei vermehrtem Auftreten Schäden durch Wurzelfraß der Larven, welche dicht unter der Bodenoberfläche fressen. Nachts können die Larven auch ihre Erdgänge verlassen und oberirdisch an Pflanzenteilen fressen. Sie bevorzugen feuchte Standorte, wo sie am Wurzelwerk einen ähnlichen Schaden wie Drahtwürmer anrichten. Bei starkem Befall kommt es zu einer fleckenhaften Vergilbung bis hin zum Absterben der Grasnarbe.
In der Landwirtschaft und im Gartenbau sind besonders Klee, Wildgräser, Salat und Getreide betroffen. In anderen Regionen sind einzelne Arten Schädlinge an Reis, Tabak, Zuckerrohr und Baumsämlingen.

Biologie:
Das Weibchen legt bis zu 1300 Eier, vor allem auf Unkrautböden, an feuchten Stellen. Je nach Sorte überwintert Ei oder Larve. Die Larven sind etwa 4 cm lang, grau, mit stumpfen Kopf, ohne Kopfkapsel und Füße und liegen unter der Pflanzendecke. Diese vergilbt, welkt, stirbt ab. Nach der Verpuppung erscheint das Tier als Wiesenschnake im Spätsommer.

Bekämpfung:
Eine intensive Bodenbearbeitung ist dringend erforderlich. Es können zusätzlich entweder Köder aus Weizenkleie und Zucker ausgelegt werden, welche nachts abgelesen werden oder man kann in Wiesen schwarze Plastikfolie oder schwarzen Karton über feuchtes Gras legen, welches morgens abgelesen wird. Außerdem fressen Igel, Krähen, Maulwürfe, Spitzmäuse, Stare und Werren gerne die Larven, so sollten evt. Igel begünstigt werden.
Im Frühjahr sollten die Larven je nach Befallsstärke alle paar Tage an der Erdoberfläche abgesammelt werden. Um die Schnaken an der Eiablage zu hindern, sollte das oftmalige Begehen der betroffenen Fläche gefördert werden, da die Schnaken sich in ihrer Eiablage dadurch gestört fühlen.
Sollen Schäden im Frühjahr/ Sommer verhindert werden, dann müssen im vorhergehenden Spätsommer die jungen Larven bekämpft werden.
Zur Auswahl stehen derzeit 2 biologische Möglichkeiten:.
Insektenpathogene Nematoden der Art Steinernema carpocapsae (Bodentemperaturen müssen 4-5 Tagesstunden 15°C liegen)
oder
Einsatz des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) bei niedrigeren Temperaturen
Mit beiden Methoden werden Wirkungsgrade von 80-90% beim Einsatz gegen die Junglarven L1 und L2 Ende und einem Einsatz während des Zeitraumes September bis Ende November erreicht. Behandlungsbeginn ist 2-3 Wochen nach dem Flug der Schnaken

Beratung:
Gartenakademie

Bilder:


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