Gewächshaus für den Freizeitgärtner

Es gibt viele Gründe sich ein eigenes Gewächshaus anzuschaffen. Da Kleingewächshäuser aber in den unterschiedlichsten Größen, Formen und Ausführungen angeboten werden und die Preise entsprechend zwischen zwei- und fünfstelligen Beträgen liegen können, ist die Auswahl schwierig. Je nach persönlichen Bedürfnissen kann das „richtige“ Gewächshaus sehr unterschiedlich aussehen. Die Konstruktionen, die im Handel als Kleingewächshaus angeboten werden sind vielfältig und mit fließenden Übergängen zu Frühbeet, Folientunnel und Wintergarten. Hält man sich an die Definition von Wikipedia, wonach es „…eine lichtdurchlässige Konstruktion, die das geschützte und kontrollierte Kultivieren von Pflanzen ermöglicht“ ist, kann man hier auch keine klaren Grenzen ziehen. Es passt auf ein großes „klassisches“ Gewächshaus genauso wie auf einen Frühbeetkasten oder einen flachen Folientunnel und deckt auch sogenannte „Balkon-Gewächshäuser“ ab. Diese bestehen aus einem Regal, das mit einer Folienhülle umgeben ist oder sind schrankartige Konstruktionen mit Glas- oder Kunststoffaußenflächen. Nimmt man jedoch das Kriterium „begehbar“ hinzu, kann man eine Abgrenzung zu diesen Randformen schaffen, die entweder wegen ihrer Höhe (Frühbeet) oder ihrer mangelnden Tiefe (Balkongewächshaus) nicht begehbar sind. Und nur diese begehbaren Formen sollen im Folgenden unter Gewächshaus verstanden werden.

Entscheidend ist die Nutzung
Zunächst muss klar sein, wie und wofür das Gewächshaus genutzt werden soll. Möchte ich es im Sommer für Tomaten, Paprika und Gurken und im Herbst bzw. Frühjahr noch für Feldsalat und Radieschen nutzen, dann kann auf eine Heizung verzichtet werden. Hält das Gewächshaus gut die Wärme, bedeutet dies einige Tage mehr Entwicklungsvorsprung bzw. längere Ernte, es ist aber kein Kostenfaktor „Energieverbrauch“ zu berücksichtigen. Eine gute Lüftung und Schattierung sind aber sehr wichtig, denn in der Hauptnutzungszeit kann es sehr heiß werden. Wer nicht immer sicherstellen kann, dass er manuell die Fenster nach Bedarf öffnen und schließen kann, sollte sich hier unbedingt einen automatischen Fensteröffner „leisten“! Ist die Jungpflanzenaufzucht das Haupteinsatzgebiet, dann ist eventuell der Frühbeetaufsatz auf dem Hochbeet die bessere und preiswertere Alternative zu einem teuren Gewächshaus, das 10 Monate im Jahr leer steht! Soll das Gewächshaus vorrangig als Überwinterungsraum für die Kübelpflanzen dienen, muss es mindestens frostsicher sein. Das heißt, mit einen Frostwächter oder einer Heizung müssen auch bei größerer Kälte noch die für die Pflanzen benötigten Temperaturen gehalten werden. Für einige weniger kälteempfindliche Arten wie z.B. Oleander reichen 0°C aus. Etliche Pflanzen brauchen jedoch mindestens 5°C zum Überwintern. Eine ausreichende Heizung ist also vorzusehen. Die Energiekosten sind hier zu berücksichtigen und werden dabei wesentlich von der Wärmedämmung beeinflusst. In noch höherem Maße trifft dies zu, wenn Exoten in einem Warmhaus kultiviert werden sollen. Ob bzw. in welchem Umfang Arbeitstische und Regale gebraucht werden, hängt ebenfalls von der geplanten Nutzung ab.

Rechtliche Regelungen beachten
Bevor man Zeit und Geld investiert, sollte man sich über die rechtlichen Bedingungen informieren. Hier greift die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes (LBO), ggf. können auch Vorgaben des Bebauungsplanes oder auch die Satzung des Kleingartenvereines weitergehende Beschränkungen enthalten. Vorab sollte man sich sicherheitshalber bei der Gemeindeverwaltung über die örtlich geltenden Bestimmungen informieren. Auch nicht zu vergessen: Der Grenzabstand. Ist der Nachbar mit einer Grenzbebauung nicht einverstanden, kann dies auf kleinen Grundstücken schon das Aus für das „Wunschgewächshaus“ sein! Was dann noch bleibt, sind kleinere mobile Lösungen, also Foliengewächshäuser, die ohne Fundament erstellt werden können.

Optimalen Standort wählen
Ein Gewächshaus soll den Pflanzen noch Wachstum ermöglichen, wenn es dafür draußen jahreszeitlich oder witterungsbedingt nicht optimal ist. Dazu ist Wärme und (Tages-)Licht nötig. Entsprechend muss der Standort und die Ausrichtung gewählt werden: Insbesondere in der lichtarmen Jahreszeit sollte das Gewächshaus möglichst ganztägig belichtet sein. Für Gewächshäuser, die annähernd quadratisch sind, ist die Ausrichtung nicht von Bedeutung. Bei rechteckigen, freistehenden Gewächshäusern ist die Lichtausbeute in den Wintermonaten bei einer Ost-West Ausrichtung (Giebelseiten) optimal. Soll jedoch im Sommer vorwiegend Gemüse wie Auberginen oder Melonen angebaut werden, so ist die Nord-Süd-Richtung günstiger, da das Licht gleichmäßiger über den Tag verteilt an die Pflanzen gelangt. Voraussetzung ist natürlich immer, dass auf Grund der Bebauung oder Bepflanzung das Haus nicht beschattet wird. Beachten Sie deshalb bei der Beurteilung des Standortes den längeren Schattenwurf im Winter sowie die ab Herbst geringere Beschattung durch laubabwerfende Gehölze! Im Hochsommer dagegen kann eine Beschattung durch einen Baum während der heißesten Tageszeit sogar vorteilhaft sein. Die Gefahr eines Schadens durch herabfallende Äste und der erhöhte Reinigungsbedarf des Gewächshausdaches bei Laubfall sprechen jedoch gegen einen Standplatz direkt unter einer Baumkrone.
Da Gewächshäuser schlecht isoliert sind, kühlen sie durch den Wind schnell aus. Daher sollten sie auf keinen Fall windexponiert aufgestellt werden. Findet sich kein geeigneter Platz, der sowohl sonnig als auch windgeschützt genug ist, sollte man die Möglichkeit einer Windschutzhecke überprüfen.
Ebenso einzuplanen ist die Wasserversorgung und, falls notwendig, Stromanschluss sowie die Möglichkeit einer Beheizung.
Nicht zuletzt geben Grundstückszuschnitt und Gartengestaltung den Rahmen vor, in dem man unter Abwägung aller Anforderungen und Gegebenheiten den jeweils besten Standort bestimmt – und der liegt dann oft an ganz anderer Stelle als zunächst gedacht…

Wenige Bauarten – viele Modelle
Grundsätzlich kann man die angebotenen Gewächshäuser nach ihrer konstruktionsbedingten Form und den Materialien für das Grundgerüst bzw. für die Bedeckung unterscheiden. Somit ergeben sich eine Unzahl an Kombinationsmöglichkeiten und entsprechend viele verschiedene Gewächshausangebote.

  • Das Pavillongewächshaus ist ein freistehendes Gewächshaus, das einen runden, ovalen oder polygonen (6-,8- oder mehreckigen) Grundriss hat. Entsprechend ist das Dach als Kuppel- oder Spitzdach konstruiert. Für die Pflanzenanzucht ist es aus arbeitswirtschaftlichen Gründen schlecht geeignet (fehlende Stellfläche für Arbeitstische, schlechte Flächenausnutzung). Die Werbefotos mit Sitzplatz zwischen Pflanzen suggerieren eher einen Wintergartenersatz. Hier sollte man aber beachten, dass die Belüftung auf Grund der Bauweise oft schwierig (keine Querlüftung, Abzug ggf. über Kuppel) ist. Ist es nicht gut gelöst, wird es im Sommer sehr heiß. Diese in der Regel sehr dekorativen, eher im oberen Preissegment angesiedelten Häuser eignen sich als Kombination von Überwinterungsraum und Gartenpavillon, vorausgesetzt Lüftung und Heizung sind zufriedenstellend gelöst.
  • Das Satteldach-Gewächshaus hat einen quadratischen oder rechteckigen Zuschnitt und ist als freistehendes Haus vorgesehen. Das viktorianische Gewächshaus stellt den „Klassiker“ diesen Typs dar.
  • ·Das Pultdach-Gewächshaus hat ebenfalls einen quadratischen oder rechteckigen Grundriss und kann freistehend oder als Anlehngewächshaus an ein vorhandenes Gebäude erstellt werden. In dieser zweiten Form hat es nur von drei Seiten und dem Dach Lichteinfall. Hier ist besonders zu beachten, dass bei ungünstiger Ausrichtung das Gebäude, dem es angegliedert ist, das Gewächshaus zusätzlich beschattet. Hat das Anlehngewächshaus direkten Zugang zu den Wohnräumen, kann es jedoch als Wintergarten mit genutzt werden und auch die Beheizung kann relativ einfach über das Wohngebäude erfolgen.
    Satteldachgewächshäuser mit Kunststoffplatten- und Glaseindeckung
    Pultdachhaus: freistehend und als Anlehngewächshaus
Fotos:© DLR
  • Das Tunnel-Gewächshaus besteht aus einem bogenförmigen Rohrgestänge, über das in der Regel eine Folie gespannt wird. Es gibt auch Varianten mit Doppelstegplatteneindeckungen. Die Türöffnung befindet sich auf der Stirnseite, manchmal als Flügel- oder Schiebetür, meist jedoch zum Hochrollen. Da es bei dieser Konstruktion in der Regel keine Fenster zum Öffnen gibt, sollte man besonders darauf achten, dass sich eine Öffnung an der gegenüberliegenden Seite befindet, die eine Querlüftung ermöglicht. Bei hochwertigeren Modellen ist der Einbau von zusätzlichen Lüftungsfenstern möglich. Tunnelgewächshäuser sind relativ leichte Bauten, die kein Fundament benötigen. Gerade bei diesem Gewächshaustyp gehen Qualitäts- und Preisunterschiede weit auseinander.
Fundament: Damit Gebäude stabil stehen, ist in der Regel ein Fundament notwendig. Seine Ausführung ist abhängig von der Gewächshausgröße, der Konstruktion und ggf. der geplanten Heizung. Für ungeheizte Gewächshäusern sind meist nur Punktfundamente, für beheizbare Streifenfundamente erforderlich. Auf letztere kann auch noch ein niedriger Sockel gemauert werden, der das Volumen des Hauses erhöht. Bei einzelnen Modellen ist laut Hersteller auch ein Aufstellen ohne Fundament möglich. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Garten kein Eigentum ist und man beim Umzug alles zurückbauen muss. Der Nachteil ist jedoch, dass sich der Boden unter dem Haus senken kann und dadurch Spannungen in der Konstruktion bzw. Eindeckung entstehen. Eine klemmende Tür ist dabei der geringste Schaden. Daher ist diese Variante nur bei sehr flexiblen Bauweisen, bei der sowohl tragende Teile als auch Eindeckung nachgeben können, auf gewachsenem Boden problemlos.
Unterkonstruktion: Während beim Pavillon– und Tunnelgewächshaus die Unterkonstruktion aus Metall (Aluminium, Stahl) besteht, finden bei Sattel- und Pultdachgewächshäusern auch Holzkonstruktionen Verwendung. Teilweise gibt es auch kombinierte Stahl-Alu-Konstruktionen, meist mit Sprossen aus Aluminiumprofilen. Diese dürfen jedoch keinen direkten Kontakt zu den Stahlteilen haben, denn solche Kontaktstellen sind besonders korrosionsanfällig. Bei allen Materialien gilt es zu bedenken, dass das feucht-warme Treibhausklima besonderen Materialschutz erfordert. Stahlteile sollten also verzinkt, Holzteile entsprechend mit Holzschutz behandelt sein. Bei beheizbaren Gewächshäusern ist besonders darauf zu achten, dass keine Undichtigkeiten oder Wärmebrücken (Metallteile, die von innen nach außen führen) vorhanden sind. Dies wird z.B. verhindert, indem Metallsprossen außen mit Kunststoff abgedeckt werden.
Eindeckung:
Folien sind relativ preiswert, haben aber gegenüber den anderen Materialien eine kurze Lebensdauer. Sie Verspröden durch die UV-Einwirkung, was die Lichtdurchlässigkeit verschlechtert. Die meist verwendeten Polyethylen-Folien haben eine Lebensdauer von drei bis vier Jahren. Außerdem können die Folien z.B. durch Gartengeräte leicht beschädigt werden. Folien mit Gewebegittereinlagen sind zwar deutlich reißfester, aber weniger lichtdurchlässig.
Glas „altert“ nicht und ist die klassische Eindeckung des sprichwörtlichen „Glashauses“. Zur Einfachverglasung verwendet man etwa 4 mm dicke Blank- oder Klarglasscheiben. Blankglas hat eine glatte Oberfläche, es ist vollkommen durchsichtig und lichtdurchlässig. Daher kann es bei mangelnder Schattierung bzw. Lüftung zu Verbrennungsschäden an den Pflanzen kommen. Klarglas ist auf der Oberseite glatt, auf der Unterseite geriffelt. Es ist dadurch zwar lichtdurchlässig, aber nicht durchsichtig. Es entsteht ein günstigeres, diffuses Licht. Doch auch hier kann auf Schattierung nicht verzichtet werden. Vorteilhaft ist eine Kombination beider Glastypen: Dachflächen aus Klarglas (diffuses Licht), senkrechte Flächen aus Blankglas (hohe Lichtdurchlässigkeit)
Kunststoff- Stegdoppelplatten, meist aus Acryl- bzw. Plexiglas (8 - 16 mm) verwendet man als Isolierbedachung insbesondere für beheizte Gewächshäuser. Das Luftpolster in den Platten verringert das Auskühlen und reduziert dadurch die Heizkosten. Licht im Ultraviolett-Bereich wird überwiegend absorbiert, eine Schattierung ist auch hier sinnvoll. Die Lichtdurchlässigkeit kann jedoch durch die Anzahl der Schichten (z.B. Stegdoppel– oder. -dreifachplatten), die Dichte der Stege und etwaige Beschichtungen verringert werden. Die Platten gibt es auch mit sogenannter "No-Drop"-Ausrüstung, so dass Schwitzwasser nicht abtropft, sondern als Film abläuft. Es wird dann in einer Schwitzwasserrinne aufgefangen.

Größe allein garantiert keine optimale Nutzung
Höhe: Im Gewächshaus sollte man bequem stehen und Arbeiten können. Die Stehwand sollte daher etwa 2 m hoch, bei steilen Dächern kann es auch 1,80m sein. So kann man auch, falls nötig, mit Regalen eine zweite Pflanzebene schaffen und damit die Nutzfläche des Gewächshauses vergrößern. Plant man einen gemauerten Sockel, so kann man auch mit niedrigeren Häusern diese Stehhöhe erreichen.
Größe: Für reine Jungpflanzenanzucht rechnet man 7-10m², für die Gemüseversorgung einer 4-köpfigen Familie dagegen ca. 10 m² Nutzfläche. Hinzu kommen die Wegeflächen, so dass sich für diese Nutzung schon eine Gewächshausgröße, abhängig von der Aufteilung, von 14-16m² ergibt. Sollen Kübelpflanzen überwintert werden, bestimmt der Pflanzenbestand die notwendige Fläche, aber auch Höhe. Grundsätzlich gilt: je kleiner die Grundfläche, desto ungünstiger das Verhältnis von Nutzungs- zu Wegfläche. Daher sollte das Gewächshaus mindestens 10 m² groß sein. Doch die Flächenangabe allein ist nicht aussagekräftig, da bei ungünstigem Zuschnitt relativ viel für Wegefläche gebraucht wird. Deshalb sollte die Breite mindestens 2m betragen. Dadurch kann bei einem 80cm breiten Durchgang (Schubkarre sollte durchpassen) in der Mitte, auf beiden Seiten Arbeitstische gestellt bzw. Beete angelegt werden. So können z.B. bei einem 2m breiten und 5m langen Haus die Tische in U-Form gestellt werden. Aus diesen 10m² ergeben sich dann rund 6,60m² Nutzfläche. Ein Haus mit gleicher Fläche, aber nur 1,80m Breite ist 5,55m lang. Bei ähnlicher Anordnung (nur seitlich schmälere Tische bzw. Beete) sind nur 6m² nutzbar. Ist man sich über den endgültigen Bedarf noch nicht ganz schlüssig, dann ist die Anschaffung von erweiterungsfähigen Gewächshäusern sinnvoll. Ebenfalls wichtig: Die Tür sollte mindestens so breit sein, dass eine Schubkarre durch passt. Sollen ausladende Kübelpflanzen eingelagerten werden, ist eine noch breitere Türöffnung sinnvoll!

Ganz wichtig: Belüftung und Schattierung
In der kühlen Jahreszeit nutzt man den Effekt, dass sich Glashäuser durch die Sonne aufheizen. Im Sommer kann der gleiche Effekt zum Problem werden, wenn die Temperaturen weit über die 30°C - Marke klettern. Um eine solche Überhitzung zu vermeiden gibt es zwei Ansätze: Schattieren und Lüften.
Die Schattierung kann am einfachsten durch einen Anstrich mit Schattierfarbe, die man aus Schlämmkreide und Wasser auch selbst mischen kann, erfolgen. Er eignet sich für Glas, Doppelstegplatten und Folie. Möchte man z.B. Schattiermatten oder –gewebe einsetzen, muss man für eine windfeste Befestigung sorgen. Während man bei der Schattierung noch relativ leicht „nachbessern“ kann, ist dies bei der Lüftung nicht so einfach.
Die Belüftung funktioniert am Besten über geschickt angeordnete Dachluken und Fenster. Man nutzt den Kamineffekt: Heiße Luft steigt auf und es entsteht eine Sogwirkung. Die kühlere Außenluft wird über eine gegenüber in der Seitenwand (Schattenseite) befindliche etwa gleichgroße Lüftungsöffnung ansaugt. Als Faustzahl gilt: 10% der Gesamtglasfläche oder mindestens 20 % der Grundfläche des Gewächshauses sollten sich zum Lüften öffnen lassen. Die Tür wird dabei nicht als Lüftungsfläche gerechnet! Im Zweifelsfall lieber mehr Lüftungsöffnungen einplanen! Da die Lüftung nach Bedarf erfolgen muss, ist der Einbau von automatischen Fensteröffnern zu empfehlen. Es gibt energieunabhängige Systeme, bei denen eine gas- oder ölgefüllte Patrone mittels eines Lüftungsgestänges temperaturabhängig die Lüftungsklappen öffnet und schließt.
Eine Luftumwälzung macht vor allem in beheizten Treibhäusern über Winter Sinn, wenn die Fenster geschlossen sind. Dann wird die warme Luft, die sich unter dem Dach ansammelt, gleichmäßiger im Haus verteilt. Eine Luftumwälzung ersetzt keine gute Belüftung!

Untrennbar: Isolierung und Heizung
Soll das Haus im Winter genutzt werden, muss der für die Heizung benötigte Energieverbrauch berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass man das Haus zum einen möglichst dicht, also ohne Spalten und Löcher in der Außenhaut bauen muss, zum andern, dass man möglichst wenig Wärme durchlässiges Material verwendet. Die meisten Hersteller geben den K-Wert an. Je größer der k-Wert, desto schlechter ist die Wärmedämmung. Ein guter Wärmedämmwert kann jedoch mit einer Verschlechterung der Lichtdurchlässigkeit ein her gehen!
Zur Beheizung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man unterscheidet dabei verschieden Heizungsarten und Energieträger:
Die Raumheizung erwärmt die Luft im Gewächshaus. Wie erwähnt sollte hier ein Ventilator für gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen. Die Bodenheizung wird ca. 25 bis 30 cm unter der Oberfläche eingebaut. Sie findet vor allem für Vermehrungsbeete Verwendung. Zum frostfreihalten eines Gewächshauses ist sie nicht geeignet. Die Vegetationsheizung wird auf den Beeten, meist in Form von Kunststoffrohren, verlegt. Alle Drei können auf unterschiedliche Weise betrieben werden. Elektroheizungen benötigen nur eine 220 V-Steckdose, die Betriebskosten sind jedoch relativ hoch. Preisgünstiger ist in der Regel Gas als Energieträger. Günstiger ist, wenn man das Gewächshaus an das Heizungssystem des Wohnhauses anschließen kann.

Vorgehen bei der Auswahl eines Gewächshauses
1) Rahmenbedingungen klären
    a) Wie ist die rechtliche Lage?
    • Ist ein Bauantrag oder eine –anzeige grundsätzlich bzw. ab welcher Größe notwendig?
    • Gibt es nach Landesbaurecht, Gemeinde- oder Kleingartenvereinsatzung Einschränkungen oder Auflagen?
    • Welcher Grenzabstand ist einzuhalten?
    • Ggf. Erlaubnis des Eigentümers einholen. Muss bei Umzug ein Rückbau erfolgen?
    Ggf. Einschränkungen der Auswahl auf bestimmte Größen oder Bauformen
    b) Wofür soll das Gewächshaus genutzt werden?
    • Ganzjährig, nur zur Überwinterung, nur von Frühjahr bis Herbst, als Wintergarten
    • Welcher Platzbedarf entsteht bei der geplanten Nutzung?
    Notwendige Heizung, Wärme- dämmung, optimale Aus- richtung, Mindestgröße des Gewächshauses
    c) Wo kann ich es aufstellen?
    • Belichtung und Windschutz
    • Technische Anschlüsse (Wasser, Heizung, Storm)
    • Grundstücks Zuschnitt und ggf. notwendige Abstände
    • Evtl. Zuordnung zu Küche oder Wohnräumen
    • (z.B bei Mitnutzung als Wintergarten)
    Maximalgröße bei günstigsten bzw. noch akzeptablen Bedingungen.
Ist unter diesen Bedingungen die Umsetzung des Vorhabens in der gewünschten Art möglich bzw. sinnvoll? Wenn nein: Ist die Umsetzung in anderer Größe, Bauart oder Ausführung sinnvoll und für mich akzeptabel möglich?
2) Eingrenzen der nach 1) noch in Frage kommenden Bauformen/ Ausführungen:
    a) Ist die Größe/Bauform so, dass eine gute Nutzung möglich ist?
    • Günstiges Verhältnis Nutz-/Wegefläche? Mindestbreite 2m!
    • Ist die Tür mindestens so breit, dass ein Schubkarren hindurch kommt? Bekomme ich die Kübelpflanzen durch die Türöffnung?
    • Ist ausreichend Kopffreiheit vorhanden? Seitenwandhöhe ca. 2m!
    b) Ist eine gute Klimaführung möglich?
    • Sind mindestens 10% der Gesamtglasfläche oder mindestens 20 % der Grundfläche Lüftungsöffnungen (ohne Tür gerechnet)?
    • Liegen die Öffnungen so, dass ein Kamineffekt oder Durchzug entstehen kann?
    • Wie kann Schattiert werden?
    c) Wie ist die Qualität?
      • Für „Gewächshausklima“ (Korrossion etc.) geeignet Materialien für die Konstruktion?
      • Winddichte Konstruktion, keine Wärmebrücken?
      • Wärmedämmung (besonders bei beheizten Häusern!) bei genügend Lichtdurchlässigkeit?
      • Garantie des Herstellers auf Konstruktion und Eindeckung?
3) Preis-/Leistungsvergleich
Ein Preisvergleich kann nur zwischen vergleichbaren Gewächshäusern stattfinden. Daher möglichst viele Faktoren wie Bauform, Größe, Dämmung usw. festlegen und nur solche, die hier übereinstimmen, miteinander vergleichen!



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