Einlagern in Erdmieten - auch heute noch aktuell!

Immer wenn die Erntezeit beginnt, stellt sich die Frage: Wie lagere ich Obst und Gemüse für den Winter ein. Vielfach ist der Keller, soweit überhaupt noch vorhanden, zu trocken und warm. In diesem Fall sollten Sie über eine sehr alte Form der Lagerhaltung, auf ihre Bedürfnisse angepasst, nachdenken: die Erdmiete oder der Erdkeller. Das Prinzip ist ganz einfach: In einem Erdloch wird lagerfähiges Obst (Birnen, Äpfel) oder Gemüse ( Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Kohl) frostsicher eingelagert.
Dabei schützt eine Sanddrainage vor Nässe und ein feiner Maschendraht vor Mäusen. Oben wird die Grube durch ein Brett abgedeckt und mit Laub, Stroh o.ä. und einem Erdmantel isoliert. Zum Luftaustausch werden seitlich Strohwische angebracht. Idealer Weise wird die Miete an einem geschützten, trockenen, schattigen Platz (z.B. an der Nordseite des Hauses), der auch im Winter gut zugänglich ist, angelegt.
Die Miete hält die eingelagerten Vorräte durch die relativ hohe Luftfeuchtigkeit und die niedrigen Temperaturen frisch. An frostfreien Tagen kann die Miete zum entnehmen geöffnet und anschließend wieder verschlossen werden. Am besten geht dies, wenn das isolierende Abdeckmaterial in einem Sack steckt.
Eine Variante dieser "klassischen" Miete bietet sich für kleinere Vorratsmengen an. Dazu wird ein Kunststoffeimer oder Baukübel eingegraben und mit einem Deckel versehen, der vor Nässe schützt. In diese Abdeckung muss eine Lüftungsöffnung angebracht werden (z. B. Loch bohren und ein gekrümmtes Rohr oder ein Stück Schlauch hineinstecken). Nach oben wird der Behälter durch isolierendes Material (s.o., auch Luftpolsterfolie, Styropor o.ä.) abgedeckt. Da hier kein direkter Erdkontakt besteht, sollte der Sand, den man zum Einlagern benutzt, nicht völlig trocken sein.
Falls ein Frühbeet vorhanden ist, kann auch dieses als Miete genutzt werden, wenn es rundum durch Isoliermaterialien (s. o.) gedämmt wird.





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