Die Tomate im Hausgarten

1. Allgemein

Im Freiland herangezogene Tomaten haben auf Grund der intensiveren Belichtung einen besseren Geschmack als Gewächshaustomaten. Allerdings können Tomaten erst im Freiland gepflanzt werden, wenn kein Frostrisiko mehr besteht. Dies ist oft erst ab Mitte Mai der Fall. Stehen im Spätsommer die Tomaten vor Feuchtigkeit ungeschützt im Freiland, so sind die Früchte und in extremen Fällen auch die gesamte Pflanze durch das Auftreten der Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) gefährdet. Damit ist die zeitliche Begrenzung für den Tomatenanbau im Garten vorgegeben.

2. Sortengruppen

Während früher nur die mittelgroßen Tomaten bekannt waren, ist seit einigen Jahren eine größere Sortenvielfalt im Anbau festzustellen:

a) Kirschtomaten: Hierunter werden die kleinen rundlichen Tomaten mit einem Durchmesser bis lediglich 2,5 cm verstanden, die einen ausgezeichneten Geschmack aufweisen. Wegen ihrer geringen Größe werden sie in der Regel als Ganzes verzehrt. Sie wachsen in Trauben heran und können auch als Trauben mit mehreren Früchten geerntet werden

b) Mittelgroße Tomaten: Dies sind die wenig gerippten Tomaten mittlerer Größe, die sich schon lange im Anbau befinden. Der Geschmack ist durchweg als gut zu bezeichnen. Im Grad der Rotfärbung gibt es Sortenunterschiede. Innerhalb der mittelgroßen Tomaten sind auch Sorten bekannt, die nicht eintriebig, sondern auch als Buschtomaten gezogen werden können.

c) Eiertomaten: Diese Tomaten weisen eine länglich-ovale Fruchtform auf. Eiertomaten sind besonders in den Mittelmeerländern verbreitet. Dort werden verschiedene Verarbeitungsprodukte wie Saft und Saucen aus den Eiertomaten hergestellt. Die Früchte sind dickschalig und besitzen nur wenige Samen.

d) Fleischtomaten: Diese großen, gerippten Früchte sind besonders saftig und haben ein sehr gutes Aroma. Allerdings ist auch die Reifezeit etwas länger als bei den kleinfrüchtigen Sorten. Die Pflanzen zeigen einen kräftigen und gesunden Wuchs.

3. Anbaumaßnahmen

Bei der Selbstanzucht von Jungpflanzen ist ein Zeitraum von zwei Monaten, von Mitte März bis Mitte Mai, einzukalkulieren. Die Pflanzen sollten in 10 cm-Töpfe pikiert werden. Allerdings ist eine Selbstanzucht nur sinnvoll, wenn man einen hellen, nicht allzu warmen Kulturraum besitzt. Andernfalls ist es nicht möglich, bis zur Pflanzung kräftige und vor allen Dingen gedrungene Pflanzen heranzuziehen. Durch Anzucht auf der Fensterbank bei hohen Temperaturen und nur begrenztem Lichtgenuss werden lange, schwache, hellgrüne Pflanzen erzielt, die den Kulturerfolg der gesamten Vegetationsperiode gefährden.
Die Pflanzung in das Freiland an eine sonnige Stelle sollte erst ab Mitte Mai erfolgen. Bei früherer Pflanzung muss gegen das Frostrisiko mit Vlies oder Folie abgedeckt werden. Gepflanzt wird im Abstand von 50 cm in der Reihe. Nachbau auf derselben Fläche, auf der schon Tomaten gestanden haben, ist möglich.

Kulturarbeiten: Buschtomaten ausgenommen, werden alle Tomaten eintriebig an einen Stab gezogen. Alle Seitentriebe werden entfernt (ausgebeizt). Da im Freiland gewöhnlich nicht mehr als 5 Fruchtstände reifen, sollte die Pflanze oberhalb des 5. Blütenstandes gekappt werden.

4. Düngung
Tomaten gehören zu den starkzehrenden Gemüsearten und sind besonders dankbar für einen humusreichen Boden. Mit 3-4 l Kompost pro m² wird der Nährstoffbedarf voll abgedeckt. Nachdüngung mit Mineraldüngern ist weder notwendig noch sinnvoll: durch eine Überdüngung leidet die Qualität, die Anfälligkeit gegen Krankheiten wird erhöht und Boden und Wasser werden durch überschüssige Nährstoffe belastet. Möglich ist jedoch ein abmulchen mit Rasenschnitt oder ein Abdecken mit Stroh, was vorbeugend gegen die Krautfäule wirkt. Eine Überversorgung mit Stickstoff erkennt man an der dunkelgrünen Blattfarbe, eine Unterversorgung ist erkennbar an der hellgrünen Blattfarbe. Sie fördert die Blütenbildung und verfrüht die Ernte.

Erntetermin
Mangelsymptome sind wie folgt zu erkennen:


Stickstoffmangelgelbgrüne Blätter
Phosphormangelschmale, blaugrüne Blätter
KaliummangelAbsterbeerscheinungen an den Blatträndern
MagnesiummangelAufhellungen zwischen den Blattadern

5. Wasserversorgung

Tomaten erfordern eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Der Wechsel von Austrocknung und Bewässerung führt zu einem Platzen der Früchte. Eine gleichmäßige Feuchtigkeit wird erreicht, wenn man das Gießwasser in Tontöpfe gießt, die in der Nähe der Tomatenpflanzen in den Boden eingelassen sind. Außerdem werden dadurch die unteren Blätter nicht benetzt, was einem Auftreten der Kraut- und Braunfäule entgegenwirkt.

6. Schädlinge und Krankheiten

Im Tomatenanbau spielen tierische Schädlinge keine besondere Rolle. Von den Pilzkrankheiten gefährdet insbesondere die Kraut- und Braunfäule den erfolgreichen Anbau der Tomaten. Ab Mitte August tritt die Krankheit deutlich sichtbar auf. Die Infektionen erfolgen aber bereits Ende Juni. Besonders bei hohen Niederschlägen kann der überwiegende Teil der jungen Früchte vernichtet werden. Die Pilzinfektion zeigt sich durch graugrüne und tiefbraune Flecken an den Früchten. Blätter und später auch der Stängel sterben ab. Zur Infektion benötigt der Pilz Feuchtigkeit auf den Blättern. Eine Abdeckung der Freilandtomaten mit Folie ist deshalb eine gute vorbeugende Maßnahme.






Gartenakademie@dlr.rlp.de     www.gartenakademie.rlp.de drucken