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Rhabarberernte – Erntebeginn verfrühen oder hinauszögern
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Rhabarberernte – Erntebeginn verfrühen oder hinauszögern. Liebhaber dieses Stängelgemüses, das jedoch meist süß zubereitet wird, können den Erntebeginn meist nicht abwarten. Sehnlich wird die erste Blattknospe erwartet, doch bei kühler Frühjahrswitterung kann es noch dauern. Hier kann man mit einigen gärtnerischen Tricks jedoch ab Mitte/Ende Februar nachhelfen und die Ernte so um 6 bis 8 Wochen vorverlegen! Um dem Austrieb zu beschleunigen, muss sich die Erde erwärmen. Der Boden wird zunächst mit einer dicken Schicht aus Kompost und gehäckseltem Schnittgut gemulcht. Dieser liefert bei seinem Abbau nicht nur Nährstoffe sondern auch zusätzliche Wärme und schützt nachts vor dem Auskühlen des Bodens. Die eigentliche Erwärmung erreicht man durch das Abdecken mit schwarzer Folie, die über Tunnelbögen gespannt wird (bei mehreren Pflanzen in Reihe) oder einfach indem man einen großen schwarzen Maurerkübel (mindestens 60 cm hoch) über die Rhabarberstaude stülpt. Letzterer sollte mit einem Stein beschwert werden, damit die Frühjahrsstürme ihn nicht wegwehen. An warmen Frühlingstagen muss natürlich gelüftet werden, damit es nicht zu warm wird! Wer es stilvoller möchte, kann sich zum Abdecken auch englische Terrakotta-Glocken (Bleichtöpfe) kaufen. Der hellere Ton wärmt sich nicht so stark auf wie schwarze Oberflächen, dafür speichert er jedoch die Wärme noch bis in die Nacht. Als preisgünstigere Variante dieser Tongefäße können große Tonblumentöpfe verwendet werden. Besonders früh ernten kann man ohnehin frühaustreibende Sorten wie Early Green, The Sutton oder Livingstone, bei den anderen dauert es etwas länger. Sortenunabhängig sind die Stängel des verfrühten Rhabarbers wesentlich heller (rotstielige Sorten sind pink!) und auch zärter und weniger säurehaltig. Nach der Ernte wird die Abdeckung entfernt. Jetzt muss die Pflanze nochmal neue Blätter bilden und Kraft sammeln, denn der erste Austrieb in der Abdeckung erfolgte nur aus der in der Wurzel eingelagerten Reserve. Die sich neu bildenden grünen Blätter sind wichtige Assimilisationsflächen mit deren Hilfe Nährstoffe gebildet und eingelagert werden. Es darf für mindestens 1 Monat nicht mehr geerntet werden. Trotzdem schwächt das Vortreiben die Pflanze, so dass es nur alle zwei Jahre gemacht werden sollte. Hat man zwei Pflanzen, wechselt man also jedes Jahr ab und hat gleichzeitig nach der Ernte des verfrühten Rhabarbers eine Pflanze, die dann erst ausgetrieben hat und in Folge beerntet werden kann. Wer mehrere Rhabarberpflanzen hat, kann noch stärker die Ernte steuern, in dem er den Austrieb einer Pflanze verzögert. Dazu versucht man, die Kälte im Boden zuhalten, indem man auf gefrorenen Boden eine dicke Schicht isolierendes Material wie z.B. Stroh oder Laub legt. So taut das Erdreich langsamer auf bzw. bleibt länger kalt und der Austrieb verschiebt sich um 2-4 Wochen. Auf diese Weise hat man von Anfang/Mitte März bis zum Johannistag (24. Juni) Rhabarberstangen zur Verwertung. Allerdings sollte man möglichst die Hälfte der Blätter an der Staude belassen, um sie nicht zu stark zu schwächen. Mit Ausnahme der Herbstsorte ’Livingstone', die keine Ruhepause braucht und im Herbst wieder viele säurearme Stiele liefert, ist der Oxalgehalt ab Ende Juni in der Regel zum Verzehr zu hoch.
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